Barmherzige Brüder Rilchingen

Die Heilige Hedwig

Hl. Hedwig von Andechs, Herzogin von Schlesien (1178/80-1243)

Heilige Hedwig

Hedwig stammte aus dem Geschlecht der Grafen von Andechs. In den 70er Jahren, vielleicht auch erst zu Beginn der 80er Jahre des 12. Jahrhunderts wurde sie als Tochter Graf Bertholds IV. von Andechs-Meranien geboren und im Benediktinerinnenkloster Kitzingen erzogen, das dem Bischof von Bamberg, damals Hedwigs Onkel Otto II. von Bamberg, unterstand. Als eine ihrer Erzieherinnen wird eine Nonne mit Namen Petrissa genannt, die später die erste Äbtissin von Trebnitz werden sollte.

Im heiratsfähigen Alter wurde Hedwig mit dem Piastenherzog Heinrich l. von Schlesien vermählt. Aus dieser Ehe gingen sieben Kinder hervor. Sie unterstützte ihren Gemahl bei der Vertiefung des christlichen Lebens und förderte mit ihm auch die kulturelle Entwicklung des Landes. Wie ihre Nichte, die hl. Elisabeth, ist sie ein Vorbild christlicher Nächstenliebe. 1238 wurde sie Witwe, drei Jahre später fiel ihr ältester Sohn Heinrich im Kampf gegen die Mongolen. Sie starb am 15. Oktober 1243 im Zisterzienserinnenkloster Trebnitz, das sie 1203 zusammen mit ihrem Gemahl gegründet und in dem sie als Witwe gelebt hatte. Sie wurde in der Klosterkirche begraben und bereits 1267 heilig gesprochen.


Die nach den Akten für die Kanonisation, die in einer Zweitfassung im Kloster Trebnitz verwahrt wurden, kurz nach 1300 entstandene »Legenda Maior«, ihre Lebensbeschreibung, hebt dabei die für eine Heiligsprechung wichtigen Tugenden und Wunderzeichen besonders hervor, die wie bei Elisabeth von Thüringen, Hedwigs Nichte, vor allem in freiwilliger Kreuzesnachfolge und Werken der Barmherzigkeit bestanden. Seit dem 14. Jahrhundert gibt es auch polnische Fassungen ihrer Legende, die erste deutschsprachige Ausgabe erschien 1424.

weiter      1    2    3