Barmherzige Brüder Rilchingen

Der Heilige Johannes von Gott

Vom Abenteurer zum Ordensgründer:

Johannes von Gott

Soldat war er schon gewesen, Hirte und Gastarbeiter. Juan aus dem portugiesischen Dorf Duarte. Mit 43 macht er in Granada einen kleinen Buchladen auf. Fromme Bücher und Heiligenbilder gehören zum Sortiment.


Eine Predigt verändert alles in seinem Leben, im Januar 1539. Johannes von Avila predigte über die Gnade und Güte Jesu; da musste Juan handeln. Aber wie: er stürzt auf die Straße, predigt schreiend von Gottes Barmherzigkeit.


Dieser Anfall wird ihm allerdings zum Verhängnis: er landet im königlichen Hospital, wo man brutalste Behandlungsmethoden für "solche Fälle" hat. Fesseln und Peitschenhiebe gibt es, um diesen "vom Teufel besessenen Sünder" zur Vernunft zu bringen. Der junge Mann ist erschüttert. Er sieht das Leid seiner Mitpatienten und all der kranken Armen, die oft nicht einmal ins Hospital herein gelassen werden. Kaum einer kümmert sich um sie.


Diese neue Erschütterung macht Juan leiser; nach vier Monaten als geheilt entlassen stürzt er sich sofort in eine neue Arbeit. Er sammelt Arme und Kranke von der Straße und versorgt sie mit dem Nötigsten. Schon bald baut er das erste Krankenhaus. Er kümmert sich um alles selbst. Er kauft Strohmatten und Decken, trägt Kranke, die nicht gehen können, wärmt Essen auf, spült Geschirr und abends spricht er mit den Patienten. Um diesen "Standard" zu sichern, bettelt er nachts auf den Straßen für seine Patienten um Essen und Geld.


EIn Bischof hat Johannes den Beinamen "von Gott" gegeben. So ein Mensch muss von Gott kommen - und ganz ohne Geschrei ist sein Leben eine einzige lange Predigt von Gottes Güte und Liebe. Klar, dass sich ihm schon bald andere Männer angeschlossen haben, beeindruckt von seiner Arbeit. Und vielleicht auch von seinem Wahlspruch: "das Herz befehle". Wenn es nur, hoffentlich, ein gutes Herz ist, ist das ja auch heute noch richtig......